Bis vor Kurzem war die Naab für mich bloß einer von vielen Flüssen im berühmten Donaugedicht, und die Oberpfalz hätte ich auf einer Deutschlandkarte nicht korrekt anzeigen können. Doch unverhofft bot sich mir eine wunderbare kostenfreie Übernachtungsmöglichkeit am Waldnaab-Radweg.
Und nicht nur das, auch für die Anreise bot sich eine ganz neue Möglichkeit: Der freundliche Gastgeber fuhr uns gleich hoch zum Wanderparkplatz/Wendeschleife/geschlossenen Gasthaus Silberhütte. Danke dafür, sonst wäre das echt schwierig geworden, hier hinzukommen. Noch besser: Jetzt geht es fürs Erste nur bergab! Aber vorher erst mal die Vorderräder wieder einsetzen, denn im Gesamtpaket haben die Räder nicht in den Kofferraum gepasst.
Ich bin ein Radfahrer auf der Suche nach Antworten, nach denen niemand gefragt hat: Welcher Radweg hat die süßesten Gänse? Wo gibt es die lobbyistischsten Achterbahnen und die salzigsten Berge? Warum verläuft die Grenze ausgerechnet auf diesem Fluss - und wieso sollte ich sie auf keinen Fall in Jogginghose überqueren? Finden Sie es jetzt heraus! (Oder auch später, mein Geschreibsel läuft Ihnen ja nicht weg.)
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22 November 2025
Naab: Von Silberhütte nach Weiden
Und zweitens liegt die Quelle allem Anschein nach haargenau auf einer Grenze. Nicht nur in der App ist die Grenzlinie so eingezeichnet, auch vor Ort standen links und rechts der Quelle je ein weißer Grenzstein, der eine tschechisch (C 11, im Bild), der andere deutsch (DB 11 - Deutsche Bundesrepublik oder wat? Wer kürzt das denn bitte so ab?)
Nach vielleicht einem Kilometer war die skurrile Holperei auch schon zu Ende. Geradeaus zog sich eine schnurgerade Schneise durch den Wald, in der die Grenzsteine unverändert weitergingen. Wir aber bogen ein nach Deutschland auf einen gewöhnlichen Waldweg.
Trotz ihres Namens ist dann erst mal Schluss mit Wald an der Waldnaab. Der Waldweg wird zur Straße, und im Tal häufen sich die Häuser an zur ersten Naabstadt.
Hinter Bärnau fuhren wir ein Stück Vizinalbahn-Radweg. Wat für eine Bahn? Eine Vizinalbahn ist einfach nur eine günstigere Nebenbahnstrecke, die aber trotz ihrer Günstigkeit erst mal irgendwie finanziert werden muss. Bei dieser Strecke machten das zur Hälfte das Königreich Bayern, zur anderen Hälfte Überschüsse der Staatsbahn, und die Gemeinden bezahlten den Grundstückskauf und die Erdarbeiten, dafür kriegten sie was von den Einnahmen ab. Die Stadt Tirschenreuth beschaffte sich das Geld, indem sie den Malzzuschlag für die Bierbrauer anhob. Jeder Biertrinker der Stadt finanzierte also die Bahn. Bayrischer wird es heute nicht mehr.
Und noch ein Juwel hätten wir auf dem direkten Wege nicht entdeckt. An der Straße stand ein Wegweiser zur Burgruine Liebenstein. Im 12. Jahrhundert lernten die Menschen der Bavaria Slavica nämlich doch noch, Burgen aus Stein zu bauen, so stabil, dass hoffentlich noch ein bisschen originale Substanz übrig ist.
Als nächstes fuhren wir auf der Straße, oder besser gesagt, auf der ehemaligen Straße. Diese asphaltierte Landstraße hat anscheinend ausgedient, die neue Ersatzstraße windet sich ein paar hundert Meter weiter um die Äcker und Felder. Die alte Straße dient uns nun als extrabreiter Fahrradweg, wunderbar!
Bald türmten sich knubbelige Sandsteinfelsen rund um den Bach auf, und die Schlammflächen wurden abgelöst durch eine traumhafte Schlucht - Zeit für die zweite Rast. Schließlich kamen wir wieder unten an der Waldnaab heraus, die jetzt auch ein Sandstein-Outfit trug, das schon fast ans Kirnitzschtal herankam. Bin ich hier wirklich in Bayern? Ich könnte schwören, das ist das Elbsandsteingebirge. Nur der Fluss ist noch relativ ruhig.
Die Burg in diesem Tal ist schon lange komplett verfallen, aber hin und wieder sind als menschliche Werke irgendwelche Heilige anzutreffen, in Bildern oder gemeißelten Reliefs, vom Heiligen Antonius bis zum Heiligen GIERSCHGEFCANDJURI... was? Ach so, das sind Gefallene des Krieges.
Sehr erleichtert waren wir also, als wir von oben auf die Vororte und Tankstellen von Neustadt an der Waldnaab herabstießen. Ab hier übernahm mein Oberpfälzer die Navigation und suchte Schleichwege zwischen den Einfamilienhäusern hindurch.
Der Waldnaab-Radweg wollte uns schon wieder am linken Ufer irgendwo hochschicken, aber wir weigerten uns. Das Tal hatte sich endlich geweitet, es gab Wiesen, Hauptstraßen und Bahngleise, zwischen denen es sich weitaus bequemer durchschlüpfen und durchholpern ließ bis zu den Vorstadtvillen der nächsten Stadt. Das hatten wir bereits auf der Bockl-Tour getan, darum wollte ich ursprünglich vorschlagen, jetzt die eingetragene Route des Waldnaab-Radwegs auszuprobieren, wo auch immer die genau verläuft. Mittlerweile war ich aber doch in einem Zustand, indem ich lieber widerspruchslos den kurzen Weg nahm.
Weiden in der Oberpfalz ist das, oder zumindest ein, Zentrum der Region und zieht sich überraschend weit hin. In der Mitte umschließt eine Stadtmauer mit schmalen Parkstreifen die Altstadt.
Die ist schlicht und pastellfarben geraten, hier und da mit barocken Schnörkeln. Auf den Stadttoren leben Schlingpflanzen, was gerade aber jahreszeitlich bedingt nicht ganz so sehr ins Auge stach.
Keine Sage dagegen ist die Geschichte hinter diesem Brunnen: Er enthält eine Leitung zum nahen Hotel. Einmal im Jahr schickte das Hotel aus den Fässern in seinem Keller Bier in die Leitung, und zapfte es mitten auf dem Markt - genau aus dem Loch (Bierlöcherl?) links im Bild.
Auf einer steinernen Bank sind die bunten Wappen der Städte an der Waldnaab eingemeißelt.
Der Blätterfluss macht erst mal einen kleinen Bogen rüber in den den tschechischen Wald.
Wir dagegen holperten entlang der Grenze über den rauen Waldpfad, welcher ein Radweg sein sollte. Damit verursachten wir die einzigen, oder zumindest die mit Abstand lautesten Geräusche in diesem menschenleeren Grenzwald.
Und wenn ich entlang der Grenze sage, dann meine ich damit: Der Pfad liegt wirklich haargenau auf der Grenzlinie. Das ist eine echte Seltenheit auf dem ehemaligen Eisernen Vorhang und anderswo, es hat aber auch seine Nachteile. Die Tschechen haben ausgerechnet auf diesem Abschnitt beschlossen, ganz penibel Grenzsteine aufzustellen (sonst kenne ich das nicht von denen), und die standen dann auch wirklich exakt in der Wegmitte. Hmm, weiche ich denen jetzt über Deutschland oder über Tschechien aus, oder mache ich einen internationalen Slalom draus?
Die Trennung der Tschechoslowakei wurde auf diesen Steinen pragmatisch umgesetzt: Das eingravierte S wird einfach nicht mehr in schwarz ausgemalt, nur noch das C. Warum sie aber das tschechische Häkchen auf dem Č ebenfalls nicht mehr ausmalen, bleibt unklar.
Auch die Waldnaab kehrt zurück. Irgendwo in Tschechien muss sie echtes Wasser aufgetrieben haben, und so plätschert sie kristallklar über den braunen Waldboden, durch das eine oder andere Betonrohr unter dem Weg durch und durch ein die ersten hübschen Minischluchten.
Das Waldgrenzgebirge heißt übrigens Oberpfälzer Wald/Český les ("böhmischer Wald") und ist nicht zu verwechseln mit dem Böhmerwald/Šumava nebenan im Süden. Da hätten sich die Nachbarländer echt besser absprechen sollen wegen der Namen.
Zählt das schon als Stadt? Bärnau wirkt zunächst wie eine Kreuzung mit einer Kapelle und einem abgehalfterten Karpfen. (Ein paar Kilometer weiter stand ein ähnlicher Karpfen in einem Vorgarten, nur dass er dort komplett mit bunten Fotos bedruckt war.)
Dass die hier Karpfen gezüchtet haben, ergibt Sinn, wenn als Abnehmer links ein Bundesland und rechts ein kompletter Staat liegt, in dem Karpfen das traditionelle Weihnachtsessen sind. Aber Bärnau zelebriert die Nähe zu Tschechien noch auf andere Weise.
Denn gleich am Ortseingang erstreckt sich der deutsch-tschechische Geschichtspark Bärnau-Tachov, ein internationales Freilichtmuseum. (Tachov/Tauchau ist die erste tschechische Ortschaft hinter der Grenze, aber nein, liebe Gamer, es ist nicht das Tachau, welches durch seine Nachbarschaftsfehde in einem Computerspiel einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat.)
Ein frühmittelalterliches Slawendorf und eine hochmittelalterliche Kleinstadt stehen hier in direkter Nachbarschaft. Auch die Gruben-, Block-, Flechtwand-, Pfosten- und Fachwerkhäuser könnte man - selbst in einer Zeitmaschine - wahrscheinlich nicht im selben Dorf nebeneinander finden. Es geht schließlich darum, die Geschichte der Baukunst zu zeigen. Immer nur denselben Haustyp nebeneinander zu bauen, wäre ja auch langweilig. Mehrere Quellen zeigen, dass in diesen Häusern nicht nur Franken, sondern auch Slawen lebten. Darum hieß die Region Bavaria Slavica.
Wann und wo genau der jeweilige Haustyp nun gebaut wurde, verrät der Audioguide. Wie man dagegen die ganzen Stoffe, die da drin ausliegen, so schön bunt bekommt (Spoiler: Vegan ist es nicht, man muss Läuse zerquetschen.) und spinnt, das verraten die verkleideten Handwerker. Im Sommer leben die Darsteller tatsächlich eine Zeit lang im Museumsdorf, es wird also für sie ein noch immersiveres Erlebnis, dem sie aus einer gewissen Leidenschaft nachgehen.
Zur Anlage gehört eine Wiese mit slawischem Kultplatz (oder, so wie es für mich aussah: eine Wiese) und ihr Nachfolger, eine frühe Kirche in einem Blockhaus, ganz in weiß.
Im frühen Hochmittelalter hatte das Dorf zur Verteidigung schon eine Burg, die jedoch etwas anders aussieht als das, was wir allgemein unter einer Burg verstehen. Im Ernstfall verzogen sich die bayrischen Slawen auf den Hügel hinter die Palisaden, und von da aus im noch ernsteren Ernstfall über die Holzbrücke ins 1. Obergeschoss des Turms.
So eine Burg nannte sich aus irgendeinem Grund Motte. Hoffentlich hatten sie genug zu Essen für eine Belagerung da drin, dann war es zumindest eine Lebensmittelmotte. Weil das hier eine ganz frühe Form der Motte ist, besteht der Turm nur aus Holz, nicht mal mit ein bisschen Lehm. Die Brandpfeile freut es.
Am Rande des Parks wird seit 2018 etwas aus dem Spätmittelalter aufgebaut, nämlich eine Reisestation für den deutsch-tschechischen Kaiser Karl IV. Sie ist noch nicht fertig, und bis sie es ist, wird es noch eine ganze Weile dauern, denn Bagger, Betonmischer und gelbe Liebherr-Kräne sind hier strengstens verboten. Es darf nur mit dem gebaut werden, was es damals gab, zum Beispiel übergroßen Hamsterrädern, etwas, auf das selbst die dubiosesten Bauunternehmer heutzutage verzichten. Die experimentellen Archäologen planen einen Palas, zwei Fachwerkhäuser, eine Wehrmauer, ein Torhaus und eine Kapelle. Die Reisestation soll zur zweitgrößten Mittelalter-Baustelle Europas heranwachsen und etwa 2038 fertig sein. Gerade arbeitete niemand, die Besucher durften aber auch nicht ins Hamsterrad steigen und mit anpacken. So isses kein Wunder, dass das 20 Jahre dauert.
Der Bahnradweg ging durch helle Hohlwege und hoch über noch helleren Feldern dahin. Niemand hatte sich die Mühe gemacht, das Laub wegzuräumen, aber wir hatten Glück, alles war ziemlich trocken und null rutschig.
Im Prinzip kann man auf dem Vizinalbahn-Radweg bis Tirschenreuth durchfahren, dann hätten wir aber den Blick auf den einzigen Stausee der Naab verpasst, den Hochwasserspeicher Liebenstein. Er schmiegt sich recht unerwartet in die grünen Felder, landschaftlich hätte ich jetzt nicht mit einem Stausee gerechnet, hätte die Karte ihn mir nicht gespoilert. An seinem Rand sind aber die vertrauen felsig-grauen Riffellinien der unterschiedlichen Wasserstände, wie sie auch bei Stauseen mitten im Gebirge vorkommen.
Schauen wir mal, der Berg sieht gar nicht so hoch aus, und eine Pause brauchen wir eh - rauf da! Und es war wirklich ein traumhafter Ort für eine Pause. Der Berg ist voller Buckel und Felsplatten, und aus den hinteren ragen ein paar alte Burgmauern auf, die aussehen, als seien sie direkt aus dem Fels gewachsen. Sogar die Zugbrücke wurde nachgebaut, und es gibt zwei Rastplätze - einen vor, einen in der Burg. Und auch einen Beschützer hat die Burg, nämlich eine gehäkelte Raupe in einer Prospekthülle: Ich ging nicht verloren, ich wurde für dich geboren. Ich bin ein kleiner Talisman, der deine Sorgen fressen kann. Als Zauberraupe winzig klein will ich dein Begleiter sein. Och.
Diese Burgmauern sind aus dem 14. und 15. Jahrhundert, aber zum Teil wurden auch Quader von der vorherigen Burg recycelt. Obendrauf kam ein weißer Palas aus Fachwerk wie bei der Wartburg, nur viel kleiner, und eben längst vermodert. Die Liebensteiner waren eine der mächtigsten Ministerialen-Familien des Egerlandes. (Okay, wie viele Ministerialen-Familien hatte das Egerland eigentlich genau?) Jedenfalls, bis sie ausstarben und die Burg an ein Kloster ging. Links im Bild ist eine Zisterne zu erkennen, in der sie 20 000 Liter Regenwasser sammeln konnten.
Hm, als wir so drinstanden und über den knirschenden Kiesboden schlenderten, sahen die Mauern doch überraschend frisch aus. Aber bei der Rekonstruktion wurden sie angeblich nur freigelegt und "ergänzt".
Sodann kehrten wir zurück auf den Vizinalbahnradweg, den jetzt streng geradeaus führt und wie die Waldnaab in trübe Sumpftäler abtaucht.
Aber schließlich windet sich die Bahntrasse vorbei an einer hellen Stadt namens Tirschenreuth. Hier wurde das originale Pfostenhaus ausgebuddelt, das der Geschichtspark Bärnau nachgebaut hat. Die Stadt war lange eine Insel, bis die Bewohner dem Kloster seine Stauteiche abkaufen und trockenlegten.
Wir irrten durch ein Gewerbegebiet und schnauften hinauf auf den extrabreiten Marktplatz, dessen Arkaden noch stark an die böhmischen Bögen Tschechiens erinnern. Meine Güte, ist der lang, der Platz könnte ja zwei bis drei Kleinstädte mit Marktplätzen versorgen! Aber halt auch mit nichts anderem. Wir wollten uns in der Bäckerei bei einem Heißgetränk aufwärmen - "Tut mir leid, wir schließen jetzt." Im Gegensatz zu den anderen Cafés, die hatten schon geschlossen oder waren generell schon in der Winterpause.
Über dem Platz wacht Johann Andreas Schmeller, Mundartforscher und Verfasser des Bayrischen Wörterbuchs (ich habe in der Schule gelernt, Mundart hat keine Rechtschreibregeln - Schachmatt, Herr Schmeller). Die Folklore der Oberpfalz hat viele Regionalforscher angezogen. Die einen haben die Sprache aufgeschrieben, die anderen ihre Sagen und Märchen. In Tirschenreuth spielte eine Variante des Rattenfängers von Hameln, bei der die Kinder am Ende vom Rattenfänger in einen Berg gesperrt werden - aber da taucht ein Käfer auf und schenkt einem Jungen den Schlüssel in die Freiheit, und eine Märchenprinzessin wartet auch noch an der nächsten Ecke auf ihn. Angeblich soll das die Originalgeschichte sein, es wirkt aber eher, als hätte jemand nachträglich ein Happy End obendrauf geklatscht.
Anscheinend befinden wir uns auch im Stiftland (keine Ahnung, inwieweit sich dieser Begriff mit dem Egerland und der Oberpfalz unterscheidet oder überschneidet) alias Land der tausend Teiche. Die Karpfenteichlandschaft ist Unesco-Weltkulturerbe, und die erste Teichen kommen... schon vor einigen Kilometer, ups, wir haben sie auf dem Ehemaligen-Landstraßen-Radweg übersprungen (der wohl gar nicht der offizielle Waldnaab-Radweg war). Hier mal trotzdem ein paar Fotos aus der Tirschenreuther Teichpfanne von einer anderen Wanderung. Der auffällige Aussichtsturm heißt Himmelsleiter und ist somit besonders Typen zu empfehlen, die ihren Zwillingsbruder um sein Erbe betrogen haben und deshalb auf der Flucht sind. Sie ist nur eins von mehreren christlich angehauchten, rechteckigen Objekten aus Holz und Beton.
Außerdem wurden hier wilde Wasserbüffel angesiedelt.
Unter der Burg und dem spitzen Kirchturm von Falkenberg wird das Flussbett der Waldnaab gerade komplett umgebaut. Keine Brücke, was nun? Ein paar Meter weiter nach rechts ausweichen, da steht die nächste.
So, und nun ist Schluss mit Entspannung. Es geht wieder steil aufwärts und rein in den Wald.
Dort folgen die nächsten Teiche. Nur manche halt ohne Wasser, davon liefert der Mühlnickelbach im Winter wohl nicht genug. Der kleine Bach wand sich durch den zähen Schlamm, durch Teich um Teich.
Für diese Mühe sollte er reich belohnt werden.
Dieses Waldnaabtal ist in erster Linie Naturschutzgebiet und eine beliebte Wanderstrecke. Radfahrer können bloß im Mittelteil ein Stück auf einem normalen Waldweg dabeisein. Die Wanderer wanderten am anderen Ufer auf ihrem schmalen Pfad, hin und wieder über Holzbrücken. Ein Hund mühte sich kläglich an den rutschigen Stufen ab, bis sein Herrchen ihn herübertrug.
Und natürlich haben ein paar markante Felsformationen auch Namen abbekommen, obwohl das Waldnaabtal in dieser Hinsicht nicht ganz so kreativ ist. Dieser Tisch (Tirschenreuther Tisch?) heißt Fischstein, weil hier ein Geiger ertrunken ist, aha.
Vorzeitig mussten wir Radler das schöne Tal jedenfalls wieder verlassen und die Waldberge rauf. In Windischeschenbach (das kommt von wendisch, wieder ein Hinweis auf die Slawen) ist das besondere Tal dann zu Ende, und die Fichtelnaab fließt vom Ochsenkopf kommend dazu. Laut manchen Quellen heißt der Fluss, dem wir bisher gefolgt sind, auch Tirschenreuther Waldnaab, und erst ab dem Zusammenfluss mit der Fichtelnaab ist es einfach nur die Waldnaab.
Wenn man diese Namensgebung akzeptiert, dann ist die Waldaab aber weder besonders waldreich noch besonders attraktiv. Was jetzt kam, hat ehrlich gesagt einfach bloß noch genervt. Der erste Anstieg aus dem Tal raus ging ja noch, mit dem hatte ich auch gerechnet. Nicht auf dem Schirm hatte ich, dass es danach für fast den Rest des Tages genauso intensiv rauf und runter geht, rauf und runter, über die Waldnaab und rauf und runter. Landschaftlich war dieses Ackertal auch nicht mehr wirklich spannend, und die einbrechende Kälte und Dämmerung taten ihr Übriges.
Das hier ist die Altstadt von Neustadt. Bei genauem Hinsehen ist auch erkennbar, warum ich sie nur aus der Ferne fotografiert habe: Sie lag oben.
In Neustadt beginnt übrigens auch ein zweiter Oberpfälzer Bahnradweg. Der sogenannte Bockl Radweg (der heißt wirklich so) ist ein gutes Stück länger als die Vizinalbahn, dieses Video zeigt nur ein Teilstück.
Die Stadtbefestigung war wichtig, denn aus dem Osten kam nicht nur das Geld der Händler auf der Goldenen Straße (Prag - Nürnberg), sondern eben auch Feinde, und das bedeutet in Weiden: Hussiten. So unterschiedlich sind noch immer die Sichtweisen auf die Geschichte: Im protestantischen Norden sind die Hussiten frühe Reformatoren und damit erst mal grundsätzlich positiv. Die Weidener kamen zwar alle neugierig gucken, als Jan Hus durch ihre Stadt zog. Doch Jahre später, als Hus verbrannt und seine Anhänger schwerbewaffnet vor den Toren standen, waren die Hussiten in erster Linie feindliche Invasoren. Zumal die Katholiken gerade erst in Weiden beraten hatten, was man gegen sie unternehmen könnte (offenbar mit mäßigem Erfolg).
Die Weidener sahen die Hussiten rechtzeitig, schlugen Alarm und verrammelten die Tore. Die Hussiten zogen ab und verwüsteten lieber Sachsen/Thüringen, um von da aus wieder Richtung Süden nach Franken einzufallen. Soweit die Geschichtsbücher. Die Sage erzählt von einem zweiten Versuch, an die Reichtümer von Weiden zu kommen, diesmal etwas raffinierter. In finsterer Nacht krochen die Hussiten an die Stadtmauer heran und gruben einen kleinen Tunnel, durch den sie... nein, sie krochen nicht durch, sondern ließen Wasser rein, das ein ganzes Mauerstück zum Einsturz bringen sollte.
Die Stadtbewohner schliefen und bekamen nichts mit. Aber das kleinste Glöckchen im Rathausturm fing plötzlich an zu wimmern. Und auf magische Weise drang der Ton durch alle Türen und weckte die Stadt auf. Dem "Hussitenglöckerl" sei Dank konnten die Männer das Loch rechtzeitig mit Sandsäcken verstopfen, Weiden blieb unerobert und katholisch.
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09 März 2025
Freiberger Mulde: Von Moldava nach Freiberg
Zur Abwechslung mal wieder ein aufwendigeres Reisevideo, das leider zu lang geworden ist.
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Vlog
24 April 2023
Eiserner Vorhang: Von Oberzech nach Aš
Die Böhmische Waldgrenze I
Länge: 20 km (24 km laut Beschilderung/App)
Grenzquerungen: 0 auf der Strecke (nur 1 am Dreiländereck und 1 per Bahn)
Länder: Deutschland (Bayern/Sachsen), Tschechien (Karlovarský kraj=Karlsbader Region)
Seite: nur Ost
Erkenntnis: Sogar in der evangelischsten Stadt Tschechiens reicht es nicht für eine komplette Kirche.
Die erste Etappe des tschechischen Eisernen Vorhangs beginnt in einem Zipfel in einem Zipfel: Am Dreiländereck von Oberzech streckt sich Tschechien so weit es geht nach Deutschland rein. Als erstes bin ich also aus dem Zipfel herausgefahren, dazu musste ich einfach nur dem Bach Rokytnice alias Regnitz folgen. Auf seinem Wasser verläuft die Grenze.
Das Grüne Band in Tschechien ist nicht nur grün und gelb, sondern auch noch weiß: Im Tal blühen die Buschwindröschen. Kaum zu glauben, aber in diesem unberührten Sumpf lebten vor nicht allzu langer Zeit Menschen. Das Dorf Kaiserhammer war bekannt für das Bier in seinem Gasthaus, die älteste Mühle an der Rokytnice und seinen Bergschiefer. Die Bergleute suchten im Bach auch nach Zinn und Eisenerz.
Kaiserhammer musste gleich aus zwei Gründen weg: Erstens stand es nah an der Grenze in einem sozialistischen Staat, und zweitens war das Dorf größtenteils von Deutschen bewohnt, und das in einem Staat, der gerade erst von Deutschen überfallen worden war. Zwangsaussiedlung und Vertreibung fielen an diesem Ort zusammen, die Informationstafel spricht trotzdem beschönigend vom "Auszug" der Bevölkerung.
Einziger Überrest ist ein schiefes Sühnekreuz. Es erinnert an ein brutales Duell, bei dem ein Offizier den anderen erstach. Zur Strafe sollte er am Ort des Verbrechens dieses Kreuz zurechthauen.
Das Tal ist der einzige Ort in Tschechien, an dem die bedrohte Flussperlmuschel lebt. Früher suchte so mancher Tscheche die Muscheln nach Perlen ab - aber nicht aus Gier oder Böswilligkeit gegenüber der Natur, sondern um sein täglich Brot zu verdienen und zu überleben, wie die Infotafel klarstellt.
Schilder informieren per skizzierter Landkarte, welche Teile der Natur geschützt sind und aufgrund welcher Paragraphen sie nicht betreten werden dürfen.
Nach kurzer Zeit teilt sich die Rokytnice in zwei Quellbäche, den Ziegenbach, der auf Tschechisch immer noch Rokytnice heißt, und den Aubach alias Lužní potok, der von jetzt an die Grenze bildet. Er ist etwas stärker mit Bäumen bewachsen, der Idylle tut das kaum einen Abbruch. Was für ein herrlicher Waldweg, es war eine super Idee, durch Tschechien weiterzufahren!
Auf ehemaligen Grenzkontrollweg (auf Tschechisch Signálka) radelte ich allmählich eine Etage höher den Hügel hinauf und stieß bald auf eine Meinungsverschiedenheit: Die Schilder und meine App wiesen mich nach links, in einen Ort namens Hranice (das bedeutet buchstäblich Grenze) mitsamt dem Vorort Trojmezí (das bedeutet buchstäblich Dreiländereck, wirklich einfallsreiche Namen). Die analoge Karte aber sagt, ich soll geradeaus dem Radweg Nr. 2058 folgen. Diese kurze Route hatte ich auch eingeplant, mit der längeren wäre womöglich die Zeit knapp geworden.
Joa, nur ist der ganz offizielle Iron Curtail Trail (bei dem sich all meine Karten wieder einig sind) auch nicht viel besser. Eigentlich sollte sich der Kiesweg jetzt in Asphalt verwandeln. Stattdessen wurde alles noch schlimmer.
Ich meine, ja, im Prinzip ist da Asphalt. Und ja, in der Wegbeschreibung stand was von Schlaglöchern. Dort wurde aber nicht erwähnt, dass es im Grunde nur zwei langgestreckte Schlaglöcher sind, die den gesamten Weg umfassen. Was ist denn bitte mit diesem Asphalt passiert, wurde der von Thors Hammer zertrümmert? Langsam verstehe ich, warum kaum ein Deutscher oder Tscheche Lust verspürte, an diesem herrlichen Frühlingstag ausgerechnet diesen Radweg zu erkunden, trotz der vielen Rastplätze und herrlichen Natur: Der holprige, ständig wechselnde Belag nervt halt. Von der Elbe weiß ich: Das kann Tschechien viel besser! Nur Waldarbeiter fuhren mit ihren Autos herum und gingen verschiedensten Waldarbeiten nach.
Bisher hatte ich folgende Vorstellung: Die Grenze der anderen Ostblockstaaten war im Prinzip wie die der DDR, nur etwas weniger extrem. Das ist so nicht korrekt. Die Tschechoslowakische Sozialistische Republik machte einiges anders als die DDR, übertrieb dabei zum Teil noch viel mehr und musste deswegen schon in den 60ern, deutlich früher als die DDR, massiv zurückrudern.
Bis zu 15 Kilometer vor der Grenze musste man eine Genehmigung vorzeigen (das sind 10 Kilometer mehr als in der DDR), acht Kilometer vorher wurden alle Wegweiser abgebaut, und zwei Kilometer vorher (das sind 1,5 Kilometer mehr als in der DDR) durfte absolut niemand außer den Soldaten rumlaufen. Das war einfach dermaßen unpraktisch, dass die 15-Kilometer-Zone nachträglich auf drei Kilometer reduziert werden musste.
Statt Streckmetall setzte die ČSSR auf normalen Stacheldraht, statt gepflügter Erde verstreute sie Sand, um Fußspuren zu erkennen. Und vor allem benutzte sie statt Selbstschussanlagen Drähte mit 5000 Volt. Einen tödlichen Stromschlag erlitten so nicht nur Flüchtlinge, sondern auch umfallende Bäume, Tiere und mehrere Grenzsoldaten. Deswegen wurde der Zaun auf eine nicht tödliche Spannung herabgesetzt, die nur Alarm bei den Soldaten auslöste. Und das ganz ohne irgendeinen Micháil Gartenschlegr, der ein paar Volt klauen musste. Einfach nur, weil die Entscheidungsträger dermaßen blöd waren, dass sie einen Teil ihrer eigenen Blödheit von allein erkannt hatten.
Auch wenn der Elektrozaun 1991 abgebaut wurde, trauen sich tschechische Hirsche bis heute nicht über die imaginäre Linie.
Ein Imker nutzt den ehemaligen Grenzstreifen, um dort einen Tisch voller Bienenstöcke aufzustellen. Im Kalten Krieg hätte er die ČSSR womöglich auf dumme Ideen gebracht, zum Beispiel auf jedem Grenzkilometer 5000 aggressive Bienen pro Grenzkilometer zu halten und die Zahl dann, nachdem die eigenen Soldaten völlig zerstochen zurückgekommen sind, auf fünf Bienen zu reduzieren.
Der zerkloppte Asphalt geht in immer größeren Bögen auf und ab. (Achterbahnfans sprechen in diesem Zusammenhang von Camelbacks). Die beiden größten Gipfel haben sogar Namen. Der erste heißt Mlýnský vrch (Mühlenhöhe). Diesem Namen wird er voll und ganz gerecht, denn er ist bedeckt mit Windrädern.
Oben angekommen fiel mir ein seltsamer Turm am Horzont auf. Ist das schon der Bismarckturm von Aš? (Einer von nur drei Bismarcktürmen in Tschechien. Kein Wunder, Bismarck ist dort vermutlich weniger beliebt.) Nee, die Richtung passt überhaupt nicht, das muss irgendein bayrischer Turm sein. An dieser Stelle ragt Tschechien sogar noch weiter nach Deutschland hinein - nicht am Dreiländereck vorhin, sondern hier am Mühlenberg liegt Tschechiens westlichster Punkt, behauptet ein Wegweiser.
Dieser Weg brachte mich direkt ins Herz und Highlight von Aš: Dem Park.
Dieses gelbe Schlösschen ist das Ašer Rathaus. Es war einst von ganz ähnlichen Häusern umgeben, die einen typisch tschechischen Arkarden-Marktplatz bildeten. Damit man sich das heute vorstellen kann, braucht es eine Menge Phantasie. Nur das sture Rathaus hat den Lauf der Geschichte überdauert: Nach dem Stadtbrand 1814 benötigte es zum Beispiel bloß ein neues Dach, während ringsherum alles zerstört war. Damals wurde der komplette Verkehr durch den Rathausbogen durchgeleitet. Ursprünglich gehörten Teile des Rathauses den umliegenden Gemeinden, aber die Städter kauften ihnen ihre Anteile einfach ab. Und weil sie immer noch nicht genug Platz zum Verwalten hatten, setzten sie noch ein Stockwerk obendrauf, in einer, wie die Infotafel meint, "aufdringlichen Architektur". Ich schätze, um als Gebäude in Aš zu überleben, muss man auch etwas aufdringlich sein. Im Sozialismus diente das Haus zwischendurch als Museum und Bücherei.
Die Häuser rundherum hatten weniger Glück, sie brannten 1814 ab, wurden später zerbombt oder sind zerfallen, als sie ungenutzt in der Grenzzone herumstanden. Die Einwohner haben dann Nägel mit Köpfen gemacht und die letzten Reste abgerissen. Wer sagt denn, dass nur der tschechische Standard-Marktplatz gut aussieht? Wenn man die Wohnblocks bunt anmalt und dazwischen Grünanlagen pflanzt, dann ist die Stadt doch auch sehr einladend!
Ganz besonders, wenn der Park mit alten Mauerbögen, neuen Hängebrücken und kreativen Spielplätzen ausgestattet ist.
Mitten im Park steht kein anderer als Martin Luther, denn hier findet sich das einzige Lutherdenkmal in Tschechien. Die Statue wurde in Nürnberg gegossen und zu Luthers 400. Geburtstag aufgestellt. Aš war eine evangelische Stadt, und nach dem Dreißigjährigen Krieg durfte die Gemeinde ihren Glauben behalten und sich dem evangelischen Oberkirchenrat in Wien anschließen. Nach der "zwangsweisen Aussiedlung" der Deutschen (diesmal beschönigt die Infotafel nichts) erhielt die tschechische evangelische Landeskirche das Gebäude, und die ganz wenigen tschechischen Protestanten hatten auf einmal einen üppigen Barockbau mit 2500 Sitzplätzen.
Die Betonung liegt auf hatten.
1960 war die Kirche fast fertig saniert und alle Kriegsschäden beseitigt. Dann explodierte ein Heizofen und alles brannte wieder ab. Heute liegen im Park nur noch die Grundmauern und ein paar Grabplatten.
Ich musste noch ein Weilchen die Wellen der Hauptstraße auf und ab radeln, bis ich endlich den Abzweig zum Bahnhof entdeckte.
Auf der Bahnstrecke ins bayrische Selb-Plößberg ereignete sich 1952 eine tiptop organisierte und völlig reibungslose Flucht. Ein Lokführer und ein Fahrdienstleiter hatten von Widerstandskämpfern erfahren, dass Haftbefehle gegen sie beide vorlagen, weil sie anderen zur Flucht verholfen hatten. Sie luden ihren Zug voll mit einer letzten Ladung Flüchtlinge, denen ebenfalls Gefängnis oder Todesstrafe drohten. Dann ließen sie den Zug von Komplizen im Stellwerk illegal nach Bayern umleiten.
Ich brauchte zwar keine Komplizen im Stellwerk, aber so einfach wie gedacht war die Rückreise dann doch nicht. Zunächst einmal musste ich feststellen, wie zum Geier man überhaupt in diesen Baustellenbahnhof reinkommt und wo das richtige Gleis ist. Dann musste die Dame am Schalter irgendwo anrufen, weil sie nicht wusste, ob das 49-Euro-Ticket schon für diesen Grenzbahnhof gilt.
Und schließlich, als die bayrische Bahn endlich losfuhr, kontrollierte mich gleich zweimal die Polizei: Am ersten deutschen Bahnhof in Selb wollte man nur meinen Ausweis, doch als ich in Hof Hbf ausstieg, checkte ein zweites Team meine Taschen höflich nach Rauschgift und Feuerwerkskörpern. (Merke: Bei internationalen Radtouren nie wieder Jogginghose anziehen, das wirkt verdächtig.)
Zugegeben: Wenn das die intensivsten Kontrollen sind, die ich an den Grenzen meiner Heimat Zeit meines Lebens erleben werde, dann habe ich wenig Grund, mich zu beschweren. Und doch hat sich etwas verändert, seit der Iron Curtain Trail angelegt wurde: Das offene Europa, welches die Radroute zelebrieren soll, hat seine Unschuld verloren. Was das bedeutet, werden wir sehen.
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