Zschopau-Tag 3: Schilderwald statt Milderwald
Beim Kronenwirt geht nun das Lämpeli aus, /ha ha heididel ha ha..."
So, heute beende ich endlich die Zschopau. Die Berge sind doch schon niedriger geworden, also wird es wieder etwas leichter, oder?
Nope, es bleibt steil. An dieser Stelle sogar so steil bergab, dass ich befürchtete, mein Hinterrad würde gleich von der Fahrbahn abheben und mein Vorderrad über meinen Kopf hinweg überholen. Mit anderen Worten: Ich war kurz davor, tatsächlich auf das Radfahrer-absteigen-Schild zu hören.
Die sehr steilen Kleingärten haben eigene Standseilbahnen, um Dinge in ihre Lauben zu transportieren.
Der Purple Path ist eine Freiluftgalerie, für die sogar großflächig auf der Erzgebirgsbahn geworben wird und die ganz stark an den Vechtetalradweg erinnert. Nicht nur wegen des Kunstwerks, sondern vor allem wegen der riesigen lila Säulen, welche lang und breit die Bedeutung des Werks erklären.
Das Floating Home von Karolin Schwab ist eine Immobilie, die im Dach, den Wänden und besonders im Boden einige undichte Stellen aufweist, und so ist es kein Wunder, dass sich im Keller ein massiver Wasserschaden gebildet hat. Aber dafür sollen sich zwischen den roten Vierkantrohren im Laufe der Jahreszeiten immer neue Aussichten bilden. Andere Kunstwerke habe ich nicht gesehen, wahrscheinlich verläuft der Purple Path größtenteils doch woanders.
Auch ein kleiner Fluss wie die Zschopau wird manchmal mit Fischtreppen ausgestattet, die sogar hübscher aussehen als bei so manchem großen Fluss.
Dieser Garten verfügt über einen besonders kuriosen Schilderwald. Als einfaches Mittel der Distanzierung wurde das DDR-Schild kopfüber angenagelt. Nebenan hatte jemand mit Edding hinten auf ein stark zerbeultes Auto die Worte AMG Stauanfang - Unfall? gekritzelt.
...ein ungewöhnlich schönes Stauwehr...
...und schließlich die Burg Kriebstein, die sicherlich beeindruckendste Burg an der Zschopau.
Ganz zum Schluss kam dann unerwartet doch noch etwas, das mehr oder weniger nach einer richtigen Stadt aussah, und zwar sogar nach einer schönen. In der Altstadt von Waldheim gab es zwar keine Supermärkte, die standen beide weit außerhalb, aber zumindest einen Rossmann, der 1-Liter-Getränkeflaschen verkaufte.
Noch ein letzter Anstieg, und dann kam auch schon das Tal der Freiberger Mulde bei Döbeln in Sicht. Der nächste Bahnhof liegt in Limmritz. Bleibt nur noch die Frage, ob von der Mündung da unten mehr zu sehen ist als zwei Täler, die aufeinander stoßen. Und ob ich, falls ich da ganz nach unten fahre, noch rechtzeitig wieder hoch zum Bahnhof komme für den nächsten Zug.
Die Antwort auf beide Fragen lautete: Ja. Ich musste mich nicht mal auf den wilden Pfad am Ufer bemühen, schon von der Bundesstraßen-Brücke aus war der Zusammenfluss zu erkennen. Oder? Jup, die beiden fließen laut Karte schon vor der Eisenbahnbrücke zusammen, also muss es die Stelle da auf dem Bild sein.












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