Zum Frühstück gab es nur das Mischbrot vom Campingplatz. Die letzten zwei Hörnchen von gestern hatte der Pastor beschlagnahmt und benutzte sie für seinen Abschlussgottesdienst: In Scheibchen geschnitten wurden sie zum nur leicht eingetrockneten Leib Christi. Talar Albe und Abendmahlskelche waren unten in der Tonne mitgereist.
Die letzte Paddeletappe hat dann doch noch ein Wehr ohne Floßgasse. Stattdessen das, was alle Paddler hassen: Eine Umtragestelle. Das Boot muss komplett aus dem Wasser gehoben und zu zweit ein Stück geschleppt werden.
Eigentlich.
Bei der ersten Tour schleppten wir die Boote brav, bei der zweiten fand der findige Pastor eine andere Lösung. Wir sollten die Boote ganz langsam das halbe Wehr runterrutschen lassen und dann über eine Betonkante schieben. Diese Abkürzung war vermutlich nicht direkt erlaubt, aber sie sparte tatsächlich Zeit und Kraft.
Danach folgt auch schon Boršov. Das Örtchen besteht aus weiteren Industrieanlagen, einem Schloss (erstaunlicherweise ebenerdig) und ein paar kastenförmigen Vorstadtvillen, die zeigen, dass wir uns bereits im Speckgürtel von České Budějovice befinden.
Vom Boršover Campingplatz ist mir in Erinnerung geblieben, dass die Duschen bemerkenswert schwache Wasserstrahlen hatten.
Während ich am Flussufer versuchte, die Ameisen aus meinem Rucksack zu vertreiben, sangen ein paar erwachsene Tschechinnen zur Melodie von Zieht den Bayern die Lederhosen aus ein Geburtstagslied mit dem Text "Eliška hat Geburtstag". Währenddessen packten sie das mutmaßliche Geburtstagskind (auch erwachsen) lachend bei den Armen und Beinen und warfen es in die Moldau. Ein witziger Brauch, sollte man bei uns auch einführen.
Und mit dem Fahrrad?
Dauert diese Etappe etwa fünf Minuten. In Kammený Újezd ("Steinerne Abfahrt") verließ ich die Hochebene und raste die kleine Straße im Schuss runter, bis ich an der Moldau gegenüber vom Boršover Campingplatz rauskam.


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