Ich stand früh am Morgen auf und fuhr fort aus der unwirtlichen Unterkunft.
Zunächst einmal wollte ich heute noch in die andere Landeshauptstadt reinschauen. Von Biebrich aus sind es bis Wiesbaden fünf zusätzliche Kilometer hin und zurück. Der Großteil der Strecke verläuft auf der sehr verkehrsreichen Biebricher Allee. Glücklicherweise hat die Radwege, Fahrradstreifen oder kleine Parallelstraßen. Und Bäume sind auch da, die Straße nennt sich zu Recht Allee. Aber so viele Abgase können auch all die Bäume nicht wegfiltern.
Es stehen gerade Wahlen in Wiesbaden an. Ein großer Streitpunkt ist offenbar der Bau einer Citybahn, die in der Mitte der Biebricher Allee entlangführen soll. Mehrere Anwohner hängen vor ihren Stadtvillen Banner dagegen auf und forderten einen Bürgerentscheid. Ihre düsteren Bilder zeigen grauenhafte Zukunftsvisionen (also für Autofahrer): Nur eine Fahrspur rechts und links der Bahn, auf der sich alles staut.
Zunächst einmal wollte ich heute noch in die andere Landeshauptstadt reinschauen. Von Biebrich aus sind es bis Wiesbaden fünf zusätzliche Kilometer hin und zurück. Der Großteil der Strecke verläuft auf der sehr verkehrsreichen Biebricher Allee. Glücklicherweise hat die Radwege, Fahrradstreifen oder kleine Parallelstraßen. Und Bäume sind auch da, die Straße nennt sich zu Recht Allee. Aber so viele Abgase können auch all die Bäume nicht wegfiltern.
Es stehen gerade Wahlen in Wiesbaden an. Ein großer Streitpunkt ist offenbar der Bau einer Citybahn, die in der Mitte der Biebricher Allee entlangführen soll. Mehrere Anwohner hängen vor ihren Stadtvillen Banner dagegen auf und forderten einen Bürgerentscheid. Ihre düsteren Bilder zeigen grauenhafte Zukunftsvisionen (also für Autofahrer): Nur eine Fahrspur rechts und links der Bahn, auf der sich alles staut.
Wer oder was ist Wiesbaden? Theoretisch die Hauptstadt von Hessen, praktisch ein outgesourctes Regierungsviertel Frankfurts, in dem viele Hessen noch nie waren und das laut Insidern in Punkto Digitalisierung vom Großteil Hessens überholt wurde.
Und eine Kurstadt. Rund um die Innenstadt sind die freundlichen Kurparks und sonstigen Grünanlagen verteilt. Die Bäume ragen alle aus staubtrockener Steppe, aus irgendeinem Grund sogar dann, wenn es gerade geregnet hat. Unmengen von Enten bevölkern die Parks, am Rand stehen mächtige Theater oder Casinos.
Der markanteste Hinweis auf den Kurbetrieb ist sicherlich der Kochbrunnen. Das ist eine heiße Thermalquelle in der Gestalt eines flachen, rostigen Vulkans, aus dem es ständig sprudelt und dampft. Und weil das Wasser in die Kanalisation abfließt, dampft es auch kräftig aus dem benachbarten Gully (hinten rechts). Im Winter ist das bestimmt ein beliebter Treffpunkt.
Weiter hinten hat Wiesbaden noch eine römische Mauer und eine Standseilbahn auf den Neroberg, so weit habe ich es bei meiner Erkundung aber nicht geschafft.
Geschafft habe ich es bis zur größten Kuckucksuhr der Welt (wobei es mindestens eine Uhr im Schwarzwald gibt, die denselben Rekord beansprucht). Ihr Zifferblatt besteht aus Glas und fungiert zugleich als Schaufenster eines Souvenirkramgeschäfts. Der Kuckuck wagt sich nicht sehr weit hervor und ist nur als vager beweglicher Schemen in der dunklen Öffnung zu erahnen.
In der Innenstadt liegen auch ein paar engere Straßen, die aber nicht nach richtigen Altstadtgassen aussehen. Sie enthalten mehr Handyläden, als es Handys in der Stadt gibt.
Der zentrale Platz heißt aus irgendeinem Grund Dern'sches Gelände. Hier zeigt sich Wiesbaden als breite, zurückhaltende Prachtstadt, und das hätte schon irgendwas, wären nicht der Verkehrslärm und Stress immer noch präsent und gleich um die Ecke.
Die drei wichtigsten Gebäude am Dern'schen Gelände sind folgende:
Das breite alte Rathaus (hinten Mitte) versteckt sich hier hinter Bäumen.
Die außerordentlich hohe, dünne und spitze Marktkirche (links) sieht aus, als hätte man eine Kirche im Stil der klassischen Gotik aus dem Material der Backsteingotik gebaut. Ein absolut sehenswerter Blickfang, auch von innen, wo die meisten Ziegel rosa überstrichen sind.
Und schließlich ist da eine grünweiße Gebäudezeile mit kleinen Mauerbögen, zu großen Teilen eingerüstet (rechts). Das ist das Stadtschloss der Herzöge von Hessen-Nassau. Seit 1806 regierten die einen Teil vom heutigen Hessen, 30 Jahre später bauten sie sich dieses Schloss, und nochmal 30 Jahre später wurden sie auch schon von Preußen geschluckt, weil sie im Krieg dummerweise auf die Seite der Österreicher gesetzt hatten.
Aber ihr Erbe lebt zumindest insofern weiter, als dass Wiesbaden heute die Hauptstadt ist und ihr Schloss der Landtag.
Nachtrag 2026:
Diesen Landtag habe ich später besucht. Und musste erst einmal feststellen, dass sich das öffentlich zugängliche politische Geschehen komplett hinten in dem modernen weißen Anbau abspielt, nicht im historischen Schlossteil. Wer sich anmeldet, wird nach Sicherheitskontrolle und Garderobe abgeholt und per Aufzug zur Besuchergalerie eskortiert.
Und wartet.
Und wartet.
Bis die Sitzung weitergeht. Was gerne mal anderthalb Stunden länger dauern kann als angekündigt.
Diesen Landtag habe ich später besucht. Und musste erst einmal feststellen, dass sich das öffentlich zugängliche politische Geschehen komplett hinten in dem modernen weißen Anbau abspielt, nicht im historischen Schlossteil. Wer sich anmeldet, wird nach Sicherheitskontrolle und Garderobe abgeholt und per Aufzug zur Besuchergalerie eskortiert.
Und wartet.
Und wartet.
Bis die Sitzung weitergeht. Was gerne mal anderthalb Stunden länger dauern kann als angekündigt.
Diese Besuchergalerie ist eher ein Besucherloch. Sprich: Die Abgeordnetensitze gehen unter unseren Füßen noch weiter. Wir konnten die Regierungsbänke und das Rednerpult sehen, die Fraktionen aber größtenteils nicht. Unter uns erklangen Applaus und empörte Zwischenrufe, von wem, konnten wir nur raten.
Als sich die Bänke endlich füllten, kam auch noch die neue niederländische Botschafterin, setzte sich in eine Reihe vor uns und präsentierte ihren roten Mantel und ihre Haare. Die hatte man gerade feierlich willkommengeheißen, vielleicht wegen der besonderen Beziehung zwischen den Niederlanden und dem Herzogtum Hessen-Nassau.
In Hessen, so scheint es manchmal, ist noch alles wie früher. Es regiert die Große Koalition Boris Rhein, der zu Beginn der Debatte mal kurz reinschaute und sich gleich wieder verpisste. Nach all der Wartezeit hofften wir wirklich, dass der stellvertretende Landtagspräsident jetzt kein komplett dröges Thema aufrief ... oh, Schwangerschaftsabbruch. Wo ist das Popcorn?
Obwohl das Land Hessen die Abtreibungsparagraphen im Strafgesetzbuch nicht ändern kann, hatten alle eine eigene Vorlage zu diesem Thema mitgebracht. Die AfD wollte die Beratungsstellen, die die Pflichtberatungen durchführen, zur Abgabe genauer Berichte und Statistiken verpflichten - wenn irgendwo besonders viele Beratungen mit einem Abbruch enden, dann erfüllt der Verein bestimmt seine Pflicht nicht und man kann ... also, was genau dann passieren sollte, wurde nicht ganz klar. Als einzige Fraktion ließen sie einen Mann zu dem Thema sprechen, der sich gemäßigt gab: Man wolle ja nur sicherstellen, dass die aktuelle Regelung richtig umgesetzt wird, und natürlich soll die Frau am Ende selber entscheiden.
Die anderen Fraktionen erklärten, warum das Quatsch war und dann in deutlich weniger Worten, warum ihr eigener Antrag (mehr Geld für irgendwas oder so) kein Quatsch war. Die FDP-Abgeordnete trieb ein bisschen vom Thema ab und kritisierte die Schließung von Geburtskliniken, haute aber gleichzeitig am meisten auf den Putz (die Partei ist also doch noch zu was gut), Eskalation, Zwischenrufe und Kurzinterventionen inklusive.
Unterhaltsam ist es, aber bringt dieses Theater was? Es war ja klar, dass jeder für seinen eigenen Antrag stimmt und der gemeinsame Antrag der Großen Koalition am Ende durchkommt, insofern hätte man eigentlich auch sofort abstimmen können. Dass man Überläufer der anderen Fraktionen mit der Macht des bessere Arguments überzeugt, passiert eher selten. Und konstruktives Diskutieren, um gemeinsam die beste Lösung zu finden, findet höchstens in den Ausschüssen statt. Wen also wollen die überzeugen, uns paar Zuschauer auf den Bänken oder im Livestream? Oder hoffen sie alle nur, wie die Reichinnek mit der einen Rede in den sozialen Medien viral zu gehen?
Zurück nach Biebrich. Nun geht es am nördlichen Rheinufer weiter. Direkt am Rhein allerdings nicht, denn der Radweg wurde umgeleitet, weil an der Autobahnbrücke über den Rhein Bauarbeiten stattfinden. Macht nichts, auf dem roten Radweg an der Straße ist man auch schnell.
So, nun sind wir aber wieder am Rhein, genau genommen am noblen Schiersteiner Hafen. Wieder einmal bildet der Rhein Halbinseln und Inseln aus angeschwemmtem Material aus. Das liegt daran, dass sein Gefälle hier besonders niedrig ist und er deshalb weniger Power hat und etwas vom Geröll in seinem Wasser liegen lässt. Die Inseln heißen meistens irgendwas mit Au, Marienau oder Petersau oder so.
Zwei dieser Inseln verbindet die moderne Dyckerhoff-Brücke (im Bild hinten links), die nach einem Wiesbadener Zementhersteller benannt wurde.
Heute haben wir erstaunlich viele Tiere gesehen. Die Bundesstraße ist zwar nie ganz weg, aber sie lässt manchmal genug Platz für einen Streifen Natur.
In diesem Feuchtgebiet nisten zum Beispiel Störche. Doch da vorne folgt auch schon der nächste Ort. Und die Berge rücken immer näher.
Am Ufer liegen kleine bunte Weinbauorte dicht an dicht. Das hier ist Walluf. Dort werden die Radfahrer direkt durch das hübsche kleine Zentrum geführt.
In Eltville hingegen führt der Radweg zwar fort vom Rhein, vom Zentrum ist dennoch nicht viel zu sehen - nur eine verkehrsreiche Straße gibt es. Danke für nix.
Das Markenzeichen von Oestrich-Winkel ist der hölzerne Kran.
Am Ufer stehen weiße Platanen - hier wurden sie besonders stark zurechtgestutzt. Nun sind sie klein und dick.
Es gibt mehrere Boule-Plätze, an denen man sich gratis die nötigen Utensilien ausleihen kann. Dieses Spiel scheint hier am Rhein sehr beliebt zu sein - zumindest den Schildern zufolge. Es hat aber niemand gespielt. Da nützt es dann auch nichts, wenn die Schilder Mut machen, zu fragen, ob man mitspielen kann. Die Regeln hingegen stehen nirgends dran.
Nun kommen wir zum klaren Highlight der heutigen Strecke. Vergessen Sie die hessische Landeshauptstadt, die Weinberge, die Drosselgasse oder die Wacht am Rhein - holen Sie tief Luft und machen Sie sich bereit für ein tiefes, hingerissenes Awwww! Denn hier sind: Babygänse.
Alle meine Gänschen schwimmen an den Steg, schwimmen an den Steg,
laufen auf die Wiese übern Rheinradweg.
Alle meine Gänschen rupfen Gras am Rhein, rupfen Gras am Rhein.
Wie kann irgendetwas nur so niedlich sein?
Alle meine Gänschen watscheln frei herum, watscheln frei herum.
Nur der E-Bike-Rentner fährt sie beinah um.
Später macht der Rheinradweg ein paar Kurven und führt per Brücke auf die angeschwemmten Halbinseln rauf.
Weil rechts die ganze Zeit die Bundesstraße verläuft, betreten die Gäste die bunten Weinorte nicht etwa durch ein Stadttor, sondern durch einen niedrigen Betontunnel. Das hier ist zum Beispiel der Zugang zu Hattenheim.
Hier haben wir am Ufer zur Abwechslung mal etwas größere Bäume und dazu kleine Matschstrände. Wer traut sich, mit den Füßen in den Rhein zu gehen? Hinterher kleben dann glitzernde Punkte am Fuß, bei denen es sich um Rheingold oder Mikroplastik handelt. Oder doch um Abrieb der vielen glänzenden Muscheln?
Die Hindenburgbrücke wurde 1915 eröffnet und 1945 von Deutschland zerstört. Der Radweg verläuft durch einen intakten Torbogen, weiter links in Richtung Rhein liegen nur noch große Steinbrocken.
Sie haben ihr Ziel erreicht. Es befindet sich auf der rechten Seite: Rüdesheim, der bekannteste der bunten Weinorte. Rüdesheim begrüßt uns mit dem rotweißen Adlerturm. Einen rotweißen Turm haben hier fast alle Orte, das ist erstmal noch nicht solch eine Besonderheit.
Die Berge sind nun schon ganz dicht, auch die Weinberge sehr nah ans Ufer gerückt.
Das ist der Marktplatz. Dort ist es schön gemütlich, nicht zu eng und nicht zu voll. Zum Glück liegt unsere Unterkunft gleich nebenan.
In der kleinen romanischen Kirche werden die Besucher höflich zur Kasse gebeten.
Rüdesheim hat sage und schreibe fünf Kurbelautomaten für Souvernirmünzen (und einen für Souvenir-Geldscheine). Ich habe noch nie so viele von den Dingern an einem Ort gesehen.
Es gibt hier zudem ein Museum mit mechanischen Musikinstrumenten, ein Spielzeugmuseum - aber mal im Ernst, eigentlich will doch jeder nur zu den beiden großen Hauptsehenswürdigkeiten von Rüdesheim.
Die eine ist die Drosselgasse, eine weltberühmtes enges Gässchen voller Weinlokale. Zur Hauptsaison soll sie extrem überlaufen sein, oder auch nicht, da habe ich Widersprüchliches gehört. Im April sind die Lokale jedenfalls geradezu irritierend leer, und die Gasse selbst ist auch nicht so voll. (Das Foto ist etwas irreführend.)
Eine Diskussion kam auf: Sollen wir hier was essen? Ist das nicht eine Touristenfalle (in der wir am Ende erdrosselt werden, haha)? Hm, es riecht nach Ente mit Rotkohl... Auf Google Maps hat das Restaurant hier nur 3,6 Sterne. Aber dann hätten wir eben mal in der Drosselgasse gegessen, sollte man das nicht mal gemacht haben?
Diese Katze äußerte sich dazu wie folgt: Krächz, miau, krächz!
Statt zu schnurren, krächzt sie wie ein Rabe, wenn sie gestreichelt wird.
Neben Wein hat Rüdesheim noch ein anderes berühmtes Getränkt, nämlich Rüdesheimer Kaffee. Obendrauf gibt es Vanilleeis oder -zucker, Sahne und Schokoraspeln, unten drin steckt die lokale Spirituose Asbach. Es wird nicht umgerührt, sondern direkt so getrunken, dass das Heiße durch das Kalte hindurchrinnt. Fazit eines Eigentlich-nicht-sehr-viel-Kaffeetrinkers: Lecker!
Merke: Wenn in einem Stadtplan nicht alle Burgruinen eingetragen sind, dann muss der Ort viele Burgruinen haben. Insofern ist Rüdesheim eine passende Einstimmung für die morgige Strecke.
Die Brömserburg (im Bild vorn) hat ein Museum (war schon geschlossen) und ist etwas Besonderes, weil sie so quadratisch ist.
In Rüdesheim ist nicht alles touristisch ausgebaut, es gibt auch leere Häuser und eher triste Ecken.
Die zweite große Sehenswürdigkeit ist per Wanderung durch die Weinberge (2,5 Kilometer) oder per Seilbahn erreichbar. Wir wählten die Seilbahn. Als Radfahrer, die jeden Tag strampeln, haben wir wohl eher das moralische Recht dazu als die Flusskreuzfahrer.
Die Talstation der Seilbahn liegt mitten in Rüdesheim. (Früher befand sich an der Stelle eine Zahnradbahn.) In jede der offenen Gondeln passen nur zwei Personen. Das passende und witzige Motto der Bahn lautet: Über den Reben schweben.
Oben liegt zunächst der Niederwaldtempel. Das ist einfach ein Halbkugeldach auf Säulen. Die Aussicht ist aber riesig. In der Ferne ist Mainz zu erkennen.
Aber natürlich hat man dort nicht nur wegen der Aussicht eine Seilbahn hingebaut. Die Seilbahn führt zum wahnsinnig riesigen, protzigen Niederwalddenkmal aus dem deutschen Kaiserreich mit einer monströsen Statue der Germania. Schon im Kaiserreich war das ein touristischer Hotspot, es wurden unter anderem Eseltouren angeboten (ungefähr so wie die Segwaytouren heute, denke ich).
Das Denkmal wurde zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg errichtet, den die deutschen Einzelstaaten 1871 gewonnen und dann vor laute Euphorie ein gemeinsames deutsches Kaiserreich gegründet haben, wie es Reichskanzler Bismarck geplant hatte.
Mit dem Denkmal verbunden ist das ultrapatriotische Lied Die Wacht am Rhein von Max Schneckenburger, welches in den Stein hineingemeißelt wurde. (Wenn man auf dem Bild nah heranzoomt, kann man es lesen.) Sein Inhalt lautet zusammengefasst: Yeah, wir Deutschen sind die Geilsten, haben die Franzosen besiegt und passen auf, dass sie sich den Rhein nicht zurückholen!
Man kann sich durchaus vorstellen, wie sich Menschen, die damals noch nicht andauernd von Medien aller Art beschallt wurden, diese epische Denkmal-Lied-Kombination auf sich wirken ließen und danach bereit waren, für die Mächtigen im Krieg einen scheinbar sinnvollen Heldentod zu sterben.
Man kann sich durchaus vorstellen, wie sich Menschen, die damals noch nicht andauernd von Medien aller Art beschallt wurden, diese epische Denkmal-Lied-Kombination auf sich wirken ließen und danach bereit waren, für die Mächtigen im Krieg einen scheinbar sinnvollen Heldentod zu sterben.
Das alles ist natürlich in mehrfacher Hinsicht nicht mehr ganz aktuell. Es wird Zeit, dass man den Text anpasst. Lesen Sie nun hier Die Wacht am Rhein - Version 2019.
Am Rhein, am deutschen Grenzfluss Rhein,
da soll für immer Frieden sein.
da soll für immer Frieden sein.
Wir sind die Bundesrepublik
und führen keinen Angriffskrieg.
Lieb Vaterland, magst ruhig sein,
fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein.
fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein.
Kaum jemand da, den es noch stört,
wem wie viel Land genau gehört.
Das Elsass dort, was macht das schon?
Wir sind doch eine Union.
wem wie viel Land genau gehört.
Das Elsass dort, was macht das schon?
Wir sind doch eine Union.
Lieb Vaterland, magst ruhig sein,
fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein.
fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein.
Die Grenzkontrollen sind verschwunden,
die alte Feindschaft überwunden,
die beiden Staaten eng verbandelt.
Seit damals ist das Land verwandelt.
die alte Feindschaft überwunden,
die beiden Staaten eng verbandelt.
Seit damals ist das Land verwandelt.
Lieb Vaterland, magst ruhig sein,
fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein.
fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein.
Sie wacht am Tag und in der Nacht,
dass niemand dumme Sachen macht
und wieder einen Krieg beginnt.
Wer so etwas riskiert, der spinnt.
Lieb Vaterland, magst ruhig sein,
fest steht und treu die Wacht am Rhein, die Wacht am Rhein
Doch grämt euch nicht, hört lieber zu:
Der Schengenraum und die EU,
die bringen Deutschland viel Profite
als reichstes Land in ihrer Mitte.
Der Schengenraum und die EU,
die bringen Deutschland viel Profite
als reichstes Land in ihrer Mitte.
Lieb Vaterland, magst ruhig sein,
fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein.
fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein.
Demokratisch, friedlich, fein,
so soll des Stromes Hüter sein.
Kein Panzer wird mehr angerührt.
Woanders wird der Krieg geführt.
so soll des Stromes Hüter sein.
Kein Panzer wird mehr angerührt.
Woanders wird der Krieg geführt.
Lieb Vaterland, magst ruhig sein,
fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein.
Drüben sehen wir Bingen. Dort stößt die Nahe inklusive tiefem Tal zum Rhein.
In dieser Richtung wird es immer bergiger. Hier beginnen die Gebirge Taunus (rechtsrheinisch) und Hunsrück (linksrheinisch).
Dort fahren wir morgen rein, in die Rheinlandschaft schlechthin:
Das Obere Mittelrheintal.



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