Ich bin ein Radfahrer auf der Suche nach Antworten, nach denen niemand gefragt hat: Welcher Radweg hat die süßesten Gänse? Wo gibt es die lobbyistischsten Achterbahnen und die salzigsten Berge? Warum verläuft die Grenze ausgerechnet auf diesem Fluss - und wieso sollte ich sie auf keinen Fall in Jogginghose überqueren? Finden Sie es jetzt heraus! (Oder auch später, mein Geschreibsel läuft Ihnen ja nicht weg.)
06 April 2012
Donau: Von Stein nach Tulln
Die Bewohner dieses Hauses lassen ihre Kinder bestimmt nicht unbeaufsichtigt im Garten spielen. Es sei denn, der Zaun ist stabiler, als er aussieht.
Krems bietet zudem ein Kunstmuseum, das mit diesem seltsam eingeparkten Fahrzeug auf sich aufmerksam macht. Dort gab es gerade eine Cartoon-Ausstellung, die wir uns einfach mal angesehen haben. Fazit: Österreichischer Humor ist doch recht speziell und nicht immer jugendfrei.
Wo müssen wir denn heute lang?
Die Bäume sind in schwarze Folie eingepackt.
In Ponchos eingepackt sausten wir durch den Regen, vorbei an echten Schwänen zum Füttern...
...und gemalten Enten zum Angucken.
Diese große Röhre stammt aus dem Wasserkraftwerk am Stauraum Altenwörth. Das ist sogar flächenmäßig der größte Stausee Österreichs, aber er sieht nicht wie ein typischer Stausee aus: Die dicke Donau wird einfach nur noch ein bisschen dicker, und hinter der Staumauer bleibt sie genauso dick.
Nebenan, in Zwentendorf, liegt das einzige Atomkraftwerk Österreichs. Es ist allerdings aufgrund von Protesten nie in Betrieb gegangen. Der Künstler Friedensreich Hundertwasser hat sich zum Beispiel sehr gegen das Kraftwerk engagiert.
Und schließlich haben wir Tulln erreicht.
In Tulln findet man verschiedene historische Hinterlassenschaften. Ein relativ junges Relikt ist dieses Schiff. Es heißt (passend zum Wetter) Regentag. Friedensreich Hundertwasser hat darauf gelebt.
Deutlich älter sind die mittelalterlichen Gassen. Hach, diese romantischen Straßennamen!
Und noch älteren Ursprungs sind die Hinterlassenschaften des römischen Reiches. Davon gibt es eine ganze Menge zu sehen.
Dazu gehört etwa diese große Statue von Kaiser Marcus Aurelius, die sich vor dem Römermuseum erhebt.
Im Museum sieht man außerdem lauter kleine Modelle,...
...Schaufensterpuppen in römischer Rüstung,...
...alte Gräber...
...und natürlich die unvermeidlichen ausgegrabenen Statuetten sowie eine Menge altes Tongeschirr.
Und damit nicht genug: Vor dem Museum gibt es noch ausgegrabene Grundmauern zu sehen.
Manche Gasthäuser in Tulln machen einen eher verschlossenen Eindruck.
Andere bieten eine leckere Spätzlepfanne...
...und entzückende Wandbilder.
05 April 2012
Donau: Von Ybbs nach Stein
Das Donautal ist hier recht felsig.
Deswegen sehen auch manche Städte aus, als wären sie teilweise direkt aus dem Fels gemeißelt.
Auf dieser Fähre kann man sich in einem separaten Raum ein Kunstwerk ansehen: Zwei Kameras filmen den Blick aus der Fähre von vorn und von hinten. Die beiden Bilder werden nebeneinander angezeigt. Das war's. Ist das Kunst oder kann das weg?
Hier führt der Weg direkt am Flussufer in den Ort hinein, und direkt am Ufer gibt es auch noch eine Straße mit Geschäften, sodass man keinen Umweg machen muss. Perfekt! Leider habe ich völlig vergessen, wie dieser Ort eigentlich hieß...
Ist das jetzt Frühling oder Herbst?
Pöchlarn ist eine Nibelungenstadt, das heißt, dort spielt sich ein Teil des Nibelungenliedes ab. Das ist unschwer zu erkennen, denn die gesamte Marketingstrategie der lokalen Tourismusindustrie basiert auf dieser Tatsache. Es gibt Nibelungenhotels, Nibelungenmotels, Nibelungenstraßen, Nibelungenrestaurants und was nicht alles. Und das alles nur, weil Pöchlarn im Lied ein "Etappenort auf der Fahrt nach Ofen" ist.
Hier sind die Wappen aller Nibelungenstädte versammelt. Passau, Tulln und Wien gehören auch dazu, geben allerdings nicht ganz so sehr damit an.
Auch die nächste Stadt namens Melk ist eine Nibelungenstadt. Melk ist sehr gelb.
Auf einem Felsen über der Stadt thront ein berühmtes gelbes Kloster, der Stift Melk.
Wir sahen auf dieser Tagesetappe außerdem eine gelb-orange Katze,...
...eine Pumpe mit Wegweiser,...
...große Burgen auf großen Bergen,...
...kleinere Häuschen auf nicht ganz so großen Bergen,...
...eine Kirche hinter einem Tunnel,...
...eine Kirche auf einem Berg,...
Das Wetter war an dem Tag nicht auf unserer Seite. Es wurde eklig kalt und regnete.
Durch diese Rinne kann das Regenwasser immerhin abfließen.
Wie auf den bisherigen Fotos schon zu erkennen war, bestanden viele der heutigen Landschaften und Städte aus grauen Steinen und steilen Felsen. Diese Landschaft trägt den Namen Wachau.
Gegen Ende mussten wir auch manchmal steil bergauf an den Bergen entlangfahren, was etwas lästig war. Aber toll sieht es trotzdem aus.
Passend dazu trug unser nächstes Ziel den Namen Stein.
Wir quälten uns steile Straßen hinauf in die höchsten Gefilde der Stadt, um in der Kleinen Mühle zu übernachten. Dort hatten wir zur Abwechslung mal wieder eine feste Unterkunft gebucht.
Puh, geschafft! Alle Verzögerungen aufgeholt!
04 April 2012
Donau: Von Au an der Donau nach Ybbs
Alles einpacken, und weiter geht's! Heute wird nicht getrödelt!
Der Radweg verläuft auf dem Deich und dahinter.
Einmal wurden wir durch einen Haufen oller Dörfer umgeleitet.
Hier wachsen dürre, hohe Bäume...
...mit Misteln.
Inzwischen war es so warm, dass wir in der Donau ein matschiges Bad nehmen konnten.
Nach und nach...
...tauchten auch die Berge wieder auf. Schon wieder ein Durchbruchtal - die Donau muss auf ihrem Weg ans Schwarze Meer echt viele Berge durchbrechen.
Eine stark befahrene Straße führte uns zu einer stark befahrenen Brücke, die über die stark beschiffte Donau führte.
Am anderen Ufer aßen wir zur Abwechslung mal relativ pünktlich Mittag - im stark besuchten Gasthaus zur Donaubrücke.
Später fuhren wir auf schwach befahrenen Straßen. Leider sind die Autos in dieser Gegend relativ schnell und rücksichtslos, wenn sie plötzlich um die Ecke gebraust kommen.
Wir haben ein bisschen was aufgeholt, aber noch nicht alles. Unseren geplanten Zielort konnten wir nicht erreichen. Deswegen mussten wir uns wieder spontan eine Unterkunft suchen - diesmal in Ybbs. Diese Stadt liegt an einem Fluss, der ebenfalls Ybbs heißt und in die Donau mündet.
Die Tourist-Information empfahl uns das Hotel Babenbergerhof.
Dort erhielten wir gigantische Zimmerschlüssel...
...und wirklich schöne Zimmer.